Autonome Transportysteme in der Intraglogistik

Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) revolutionieren die Intralogistik, indem sie Materialflüsse optimieren und menschliche Fehler reduzieren. Dank fortschrittlicher Technologien wie Sensorik und künstlicher Intelligenz können diese Maschinen autonom navigieren und komplexe Aufgaben ausführen. Trotz der Vorteile gibt es sicherheitstechnische Bedenken und die Frage, ob bestehende Gesetze mit den technologischen Fortschritten Schritt halten können.

Begrifflichkeiten

AGV und AMR - eine Revolution der letzten Jahre?

Der Begriff des Automated Guided Vehicle (AGV) ist weit verbreitet, jedoch auch bereits im Begriff, in den Hintergrund zu geraten. Immer dominanter hingegen wird die Bezeichnung des Autonomous Mobile Robot (AMR). Hersteller erheben somit den Anspruch, die Automatisierung in die Autonomie überzuführen. Aus der geführten Bewegungsmöglichkeit wird autonome Mobilität und aus dem Fahrzeug wird ein Roboter. Was bedeutet das für Hersteller bzw. Betreiber von fahrerlosen Transportfahrzeugen? Darf uns ein AMR gemäß seiner Bezeichnung vollständige Autonomie versprechen und kann man ihn mittlerweile bedenkenlosen in einer dynamischen Systemumgebung einsetzen?

Automatisierung vs. Autonomie

Der Autonomiegrad existierender Systeme variiert. Vollautomatisierte Systeme dominieren derzeit, während echte Autonomie selten ist. Autonome Systeme sollten ohne menschliche Steuerung ein Ziel erreichen können, indem sie ihre Umgebung wahrnehmen und angemessen reagieren.

Gesetze und Normen im Rückspiegel autonomer Transportfahrzeuge

Die Systemumgebung beeinflusst den Einsatz von FTFs stark. Diese können in bestehenden (Brownfield) oder neuen (Greenfield) Umgebungen eingesetzt werden. Autonome FTFs sollten sich an verschiedene Umgebungen anpassen können, was derzeit eine Herausforderung darstellt und die Frage aufwirft, ob es neben Herstellern auch für Betreiber normative Anforderungen gibt und mit welchem Grad diese für autonome Transportsysteme herangezogen werden können.

Autonome Transportfahrzeuge unterliegen am europäischen Markt nach wie vor der Gesetzgebung der klassischen Maschinenindustrie.

Das bedeutet, dass man als Hersteller neben der Maschinenrichtlinie (MRL) 2006/42/EG (ab dem 27.01.2027 wird daraus die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230) insbesondere auch die Anforderungen der EMV-Richtlinie 2014/30/EU und der Funkanlagenrichtlinie 2014/53/EU erfüllen muss, um eine rechtsgültige Konformitätserklärung für sein Produkt ausstellen zu können. Darüberhinausgehende, detaillierte Sicherheitsanforderungen findet man üblicherweise in Normen und technischen Regeln diverser Institutionen. Spätestens hier geht die Schere zwischen dokumentiertem und tatsächlichem Stand der Technik immer weiter auf. Die bekannte Norm EN ISO 3691-4, seit März 2024 in aktualisierter Fassung erhältlich und seit Mai 2024 im Amtsblatt der EU als harmonisierte Norm zur MRL gelistet, ist das primäre Dokument, auf das man als Hersteller von FTF in Europa zurückgreifen sollte. Diese C-Norm verschriftlicht sicherheitstechnische Anforderungen für fahrerlose Flurförderzeuge und deren Verifizierung. Im nordamerikanischen Bereich nimmt diese Position die ANSI RIA R 15.08 Normenreihe ein. Bei der Betrachtung der beiden Normenwerke, erkennt man Gemeinsamkeiten aber auch einige Unterschiede. Womit jedoch beide Normen nicht dienen können, sind sicherheitstechnische Lösungen für vollautonome Funktionen, in einer dynamischen, also sich verändernden Systemumgebung sowie den Einsatz von fahrerlosen Transportfahrzeugen im Outdoor-Bereich. Hierfür werden neue Ansätze benötigt, wie beispielsweise ein dynamischen Risikomanagement, welches dem technischen System mehr Autonomie einräumt, und Risiken direkt von diesem bewerten lässt.

Expertentalk

Informieren Sie sich unter folgenden Kanälen bei unserem Experten!

PNOZcast by Pilz | AGVs: Fahrtrichtung Autonomie

PNOZcast by Pilz | AGVs: Fahrtrichtung Autonomie

In dieser Folge klärt Andreas Koffler über die aktuellen Verpflichtungen von Herstellern und Betreiber von fahrerlosen Transportsytemen auf. Denn mit dem derzeit stattfindenen Trend weg von spurgeführten Lösungen hin zu immer autonomer agierenden Vehikeln, steigen natürlich auch die Anforderungen an anwendungsgerechte und normenkonforme Safety-Konzepte. Zu hören auf

LogiMAT 2025

Von 11.03.2025 - 13.03.2025 zeigen wir in Stuttgart  zukunftsweisende Produktlösungen zur Absicherung von Förderbändern, Materialübergaben und mobilen Plattformen in der Intralogistik.

Zu den Messehighlights

Oder vereinbaren Sie direkt ein Gespräch mit unserem Experten Andres Koffler | Consulting Services unter a.koffler@pilz.at | +431 7986263-555

Kontaktaufnahme

Top
Pilz Österreich

Pilz Ges.m.b.H. Sichere Automation
Wagramer Straße 19
1220 Wien
Österreich

Telefon: +43 1 7986263-0
E-Mail: pilz@pilz.at

Product Services

Telefon: +43 1 7986263-444
E-Mail: techsupport@pilz.at

Kontaktformular öffnen
Telefon:+43 1 7986263-444
Mail: techsupport@pilz.at

Was können wir für Sie tun?


Mir ist bekannt, dass die erhobenen personenbezogenen Daten ohne meine Einwilligung nur zur Vertragsabwicklung und Bearbeitung meiner Anfragen genutzt werden. Weitere Informationen zum Datenschutz und Kontaktdaten unseres Datenschutzbeauftragten finden Sie hier: Pilz Datenschutz
Ein Widerruf der Einwilligung ist jederzeit möglich (E-Mail genügt).

* Pflichtfeld