Ostfildern, 22.07.2026

Zugänge und Zugriffe jetzt absichern – und intelligent managen!

Christoph Baumeister, Senior Manager Product Management

(Es gilt das gesprochene Wort)

Wer darf was an welcher Maschine? Diese Frage ist grundlegend für ein Sicherheitskonzept, das Safety und Industrial Security abdeckt. Die funktionale Sicherheit einer Maschine darf nicht durch unbefugte Zugriffe, böswillige Angriffe oder Manipulationen beeinträchtigt werden. Das macht eine ganzheitliche Betrachtung von Zugängen zur Maschine, der Vergabe der Berechtigungen sowie das dazugehörige Management von Personal und Maschinen wichtiger denn je.
Security-Maßnahmen werden für Hersteller und Betreiber zur Pflicht: Die Maschinenverordnung fordert von Herstellern Schutz vor unbeabsichtigter oder vorsätzlicher Korrumpierung und dass Parameter der Maschine sich nicht unkontrolliert ändern dürfen. Für Betreiber von Maschinen in Europa schreibt die Arbeitsmittelrichtlinie vor, dass „Tätigkeitsprofilen Rechte zugeordnet werden müssen“ und empfiehlt die Einführung „wirksamer Authentifizierungsverfahren (z. B. Zugangskarten)“.

Zugang erst nach erfolgter Authentifizierung
Diese Vorgaben lassen sich technisch mit einem Identification and Access Management (I.A.M.) wie dem des Automatisierungsexperten Pilz in die Praxis umsetzen. Es regelt eindeutig, welcher Mitarbeiter die Berechtigung für bestimmte Prozesse oder Betriebsarten an einer Maschine hat. Einer der Hardware-Bausteine dafür ist das Zugangsberechtigungssystem PITreader. Auf einem RFID-fähigen Transponder ist die Berechtigung sowie Qualifikation des Bedieners hinterlegt. Verfügt die Person über die erforderliche Berechtigung, erhält sie Zugriff auf den Prozess. Gleichzeitig kann der Zugriff nachweislich protokolliert werden und ist so im Ernstfall nachvollziehbar.
Ein I.A.M. schließt nicht nur den physischen Zugang von Personen ein: Die Möglichkeiten reichen über den Windows-Login am PC bis hin zur Freigabe von Industrie USB-Ports, einem der Haupteinfallstore bei Security-Vorfällen. Diese Lösung regelt das manipulationssichere Einspielen von Programmen, Abziehen von Daten sowie den Anschluss einer Tastatur. Denn die Aktivierung der Schnittstelle erfolgt ausschließlich bei entsprechender Berechtigung und schützt damit den Datenfluss einer Fertigung. 

Organisatorische Maßnahmen für Mitarbeiterschutz
Damit die Möglichkeiten des Identification and Access Managements in der Praxis ausgeschöpft werden und es zuverlässig funktioniert, ist es erforderlich, dass Betreiber Aufgaben und Berechtigungen klar vergeben und zuordnen. Sie sind in der Pflicht, organisatorische Maßnahmen wie Arbeitsanweisungen, Schulungen oder regelmäßige Kontrollen von Abläufen zu ergreifen. Werden diese versäumt, können die verantwortlichen Personen in einem Unternehmen bei Unfällen oder Produktionsausfällen persönlich haftbar gemacht werden – sie nehmen eine Garantenstellung ein. Selbst bei einer kleineren Belegschaft fällt es schwer, den Überblick zu behalten. Im Falle eines Unfalls ist das Erste, was geprüft wird, ob der Mitarbeiter alle erforderlichen Schulungen absolviert und alle Sicherheitseinweisungen erhalten hat. Diese Informationen können in der MYZEL Lifecycle Platform von Pilz hinterlegt werden.

Eine digitale Plattform für die Sicherheit von Mensch und Maschine
Die MYZEL Lifecycle Platform ist eine Software-as-a-Service-Lösung und unterstützt Produktions- und Sicherheitsverantwortliche über den gesamten Maschinenlebenszyklus. Sie digitalisiert Abläufe, reduziert Dokumentationsaufwand und sorgt dafür, dass Sicherheit, Produktivität und Compliance jederzeit gewährleistet sind. Mit der Verbindung von Menschen, Maschinen und Daten schafft MYZEL die Grundlage für eine zukunftsfähige, transparente und normgerechte Produktion. In myCore, dem Herzstück der Plattform, werden Maschinen, Personal und die dazugehörigen Daten erfasst. So können auch erforderliche Schulungen dokumentiert und mit Maschinen beziehungsweise dem Zugang dazu verknüpft werden.

Berechtigungen eindeutig vergeben und verwalten
Setzt ein Unternehmen das Identification and Access Management System (I.A.M.) von Pilz ein, werden im Workflow myAccessControl alle Zugänge und Berechtigungen zentral verwaltet sowie die damit verbundene sichere Betriebsartenwahl übersichtlich dargestellt. Erfordern manche Tätigkeiten eine gewisse Qualifikation, wird diese hinterlegt. Sobald der Nachweis abläuft, zeigt die MYZEL Lifecycle Platform den Handlungsbedarf auf. Auch wiederkehrende Maßnahmen wie obligatorische Sicherheitsunterweisungen können in der Plattform zuverlässig dokumentiert werden. Das schafft Übersicht über die täglichen Herausforderungen: Es ist klar, wer an der Maschine welche Berechtigung hat.

Themen rund um die erforderliche Dokumentation effizient und teilweise automatisiert abzuarbeiten und jederzeit im Blick zu halten – das ist nicht nur ein Zeit-, sondern auch ein Sicherheitsgewinn für Maschinenbetreiber. Vor allem, wenn es zu einem Vorfall kommt, lässt sich dank Myzel schnell nachweisen, dass alle notwendigen Dokumente vorhanden, zugänglich und auch geschult sind. Safety und Industrial Security greifen bei dieser Lösung für Identification and Access Management ineinander und erlauben einen ganzheitlichen Blick auf Safety und Security – von der einzelnen Sicherheitsfunktion bis hin zum Management ganzer Anlagen.

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