Ostfildern, 22.07.2026

Compliance-Anforderungen mit MYZEL meistern

Jürgen Bukowski, Senior Manager Consulting & Services Operations

(Es gilt das gesprochene Wort)

Wie können gesetzliche Anforderungen an Maschinen über deren gesamten Lebenszyklus umgesetzt und eingehalten werden? Mit dieser Frage müssen sich Maschinenhersteller und auch -betreiber jetzt auseinandersetzen, denn am 20. Januar 2027 wird die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 gültig. In den Vordergrund rücken damit auch Industrial Security und Digitalisierung. Beide Aspekte erfordern künftig eine strukturierte Herangehensweise und eine vollständige Dokumentation. 

Von den Änderungen und Neuerungen der Maschinenverordnung sind Hersteller und Betreiber auf unterschiedliche Weise betroffen. Hersteller konzentrieren sich auf die Entwicklung konformer und sicherer Maschinen. Sie binden Sicherheitsaspekte von Anfang an technisch und dokumentarisch ein. Betreiber hingegen tragen die Verantwortung für den sicheren Betrieb – sie müssen Systeme korrekt nutzen, Mitarbeitende schulen und Prozesse einhalten. Der Hersteller legt das Fundament, der Betreiber erhält es über den gesamten Maschinenlebenszyklus hinweg. 

Enger Austausch für mehr Sicherheit 
Der Gesetzgeber fordert von Betreibern und Herstellern einen nachweisbar beherrschten Lebenszyklus von Konstruktion, Betrieb, Instandhaltung bis Stilllegung – inklusive Umgang mit Software und Updates. Somit verschiebt sich der Schwerpunkt von einmaliger Zertifizierung hin zu kontinuierlicher Compliance. Passende Safety-Maßnahmen werden zu Beginn des Lebenszyklus durch eine Risikobeurteilung identifiziert und umgesetzt. Zusätzlich zeigt nun ein Security Assessment auf, welche Maßnahmen erforderlich sind, um die Security-Schutzziele des Betreibers umzusetzen. Künftig ist ein engerer Austausch zwischen Maschinenhersteller und -betreiber erforderlich, um technische Dokumentation, Safety- und Security-Mechanismen, Updateprozesse und Risikobeurteilungen auf ein MVO-konformes Niveau zu bringen.   

Im Betrieb den Überblick behalten 
Mit ihrer langjährigen Expertise rund um die CE-Kennzeichnung unterstützen die Sicherheitsexperten von Pilz sowohl Hersteller als auch Betreiber bei der Umsetzung der Safety- und Security-Vorgaben von Anfang an. Um alle Nachweise schnell zentral abrufen zu können, wird dieser gesamte Konformitätsprozess und die dazugehörige Dokumentation gründlich festgehalten. Der Hersteller kann dabei entscheiden, in welchem Umfang er seine technische Dokumentation an den Betreiber weitergibt. 
Doch wie lässt sich nach der erfolgreichen Inbetriebnahme die geforderte kontinuierliche Compliance erreichen? Produktionsleiter, Sicherheitsverantwortliche oder Management – die für Produktion und Sicherheit verantwortlichen Personen stehen tagtäglich vor der Aufgabe, den Überblick über Maschinen und Personal zu behalten.  

Digitale Dokumentation mit Mehrwert 
Die Notwendigkeit steigt, Dokumente und Berechtigungen strukturiert zu managen. Das betrifft Organisation, Prozesse, Qualifikationen und IT‑Sicherheit gleichermaßen. Ohne ein integriertes Asset ‑Management, das gesetzliche und rechtliche Aspekte berücksichtigt, sind „Secure by Design“ und nachweisbare Safety‑Compliance im Alltag kaum zu leben. Verantwortliche müssen Qualifikationen, Prüfungen, Wartungsintervalle, Änderungsstände, Nachweise und Zugriffsrechte lückenlos dokumentieren – und zwar standort- und systemübergreifend. Excel‑Listen und Papierablagen sind dieser Aufgabe nicht mehr gewachsen; sie sind fehleranfällig, auditkritisch und bremsen im Ereignisfall. 

Eine Plattform, die Mensch und Maschine vernetzt 
Das Automatisierungsunternehmen Pilz adressiert diese gestiegenen Anforderungen mit der MYZEL Lifecycle Plattform – eine Software-as-a-Service-Lösung für Mensch und Maschine. MYZEL führt Personal- und Maschinendaten in einem System zusammen und ordnet relevante Artefakte (Anleitungen, Beurteilungen, Validierungen, Konformitätserklärungen, Wartungspläne, Schulungsnachweise) zu. Das macht den Compliance‑Status in Echtzeit sichtbar. Das Herzstück der Plattform ist myCore. Hier legen Anwender ihre Maschinen an und speichern alle relevanten Informationen zentral. Abweichungen, fehlende Nachweise oder ablaufende Fristen zu den Assets (Maschinen, Daten, Menschen) werden auf einem Dashboard sofort sichtbar. Damit bietet die Plattform einen klaren Überblick über sicherheitskritische Aspekte und zeigt Handlungsbedarf auf. Ein Audit Log hält zudem jede Aktion im System nachvollziehbar fest. 

Um die Vorgaben der Maschinenverordnung zu erfüllen, können Hersteller und Betreiber MYZEL als gemeinsame Plattform verwenden: Die Dokumentation zu einer Maschine kann der Hersteller oder ein beratendes Unternehmen wie Pilz damit in die Hände des Betreibers übergeben. Als Komplettpaket bietet Pilz die passende Kombination aus Dienstleistung und ergänzender Software, um Hersteller und Betreiber auf dem Weg zur kontinuierlichen Compliance zu begleiten. Eine Import-Funktion erlaubt die einfache Übernahme der Informationen in MYZEL und damit eine zentrale Dokumentation, die bereits am Anfang des Maschinenlebenszyklus beginnt und nahtlos weitergeführt werden kann.  

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