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Schweiz | deutsch

26.08.2015

Von Industrie 4.0 und cyberphysischen Produktionssystemen

Die vierte industrielle Revolution, die Welt der "Industrie 4.0".

Die Rede ist von der vierten industriellen Revolution: Die Welt von ,,lndustrie 4.0" ist geprägt von Digitalisierung und Internetkommunikation zwischen Maschinen, Mitarbeitern und Kunden. Via Internet werden etwa Aufträge erfasst und an selbstoptimierende Produktionseinheiten weitergeleitet. Daraus erwächst eine Vielzahl von Herausforderungen für die produzierende Industrie.

Susanne Kuntschert, geschäftsführende Gesellschafterin von Pilz sprach über Industrie 4.0:

In der Welt der ,,lndustrie 4.0" sagen die Produkte per RFID-Chip oder Barcode beispielsweise, was mit ihnen als nächstes im Produktionsprozess gemacht werden soll. Damit ist die Verheissßung von mehr Individualität, Flexibilität und Beschleunigung der Produktion verbunden. Können Sie uns das noch etwas näher erläutern?

Susanne Kunschert: Industrie 4.0 sieht eine industrielle Produktion, die sehr stark durch das Internet geprägt sein wird. Internet-Technologien werden in Produktionsprozessen eingesetzt werden, damit zukünftig flexibler und effizienter produziert werden kann. Zwischen den teilweise autonom agierenden technischen Systemkomponenten findet ein reger und oft zeitkritischer Daten- und Informationsaustausch statt, zugleich
sind wesentlich mehr Akteure entlang der Wertschöpfungskette beteiligt. Industrie 4.0 bedeutet also nicht mehr als dass alles mit allem, also z. B Systeme, Maschinen, Mitarbeiter und auch Kunden miteinander vernetzt sind und so mit- und untereinander kommunizieren können. Beispielsweise lässt sich eine Produktion viel flexibrler und in Echtzeit umstellen, wenn Kunden per Internet Sonderwünsche mitteilen.

Wie sehen lhre eigenen Visionen hinsichtlich lndustrie 4.0 aus?

Susanne Kunschert: Drei Visionon sind es, die Pilz mit Industrie 4.0 in Verbindung bringt: Zunächst besitzen Safety und Security deutliche Paralleen ln der Standardisierung und der Vorgehensweise im Engineeringprozess. Wir wollen mit unserer Erfahrung aus Maschinensicherheit und Automation diese wichtige Arbeilt voranbringen. Das Zweite ist: Alle für die Steuerungsfunktion erforderlichen Geräte und Automatisierungskomponenten erhalten einen direkten Internetzugang für Diagnose und Wartung (Cyber Physical Systems). Damit steigen für diese Geräte die Anforderungen in Bezug auf Security und einheitlicher Diagnoseanbindung und -darstellung. Und schliesslich: Unsere modernen steuerungsfunktionen sind auf eine Verteilbarkeit und Objektorientierung ausgelegt - Sensoren und Aktoren werden intelligent. Wir bilden damit den Trend zu mechatronischen Steuerungsobjekten, also Automatisierungskomponerten in unseren Produkten und den zugehörigen Engineeringtools ab.

Sie sind bzw waren ja in verschiedenen Arbeitskreisen tätig, die sich mit der Weiterentwicklung von Industrie 4.0 beschäftigen - welche konkreten Ziele verfolgen Sie hier?

Susanne Kunschert: Als Mitglied der Promotorengruppe Sicherheit hat sich Pilz mit dem effektiven Schutz von Kommunikationsnetzen und der Entwicklung von Deutschland als Leitmarkt für Sicherheitstechnologie befasst. Mit zunehmender Vernetzung von Maschinen treffen in Bezug auf das Thema Sicherheit zwei Welten aufeinander: Die Welt der Automatisierung verschmilzt mit der lT-Welt. Die Herausforderung liegt darin, die Anforderungen beider Welten zu praktikablen Lösungen zu standardisieren. Durch unsere Mitarbeit in der Promotorengruppe Sicherheit der deutschen Forschungsunion hat Pilz dazu beigetragen, dass Sicherheit bei Industrie 4.0 als erfolgskritischer Faktor gesehen wird. Wir setzen uns für eine ganzheitliche Betrachtung von Sicherheit mit seinen beiden Formen Safety und Security ein. Wir wollen mit unserer Erfahrung aus den Bereichen Maschinensicherheit und Automation diese Arbeit voranbringen.